Aus gegebenem Anlass möchte ich hier einen Eintrag aus dem letzten Jahr wiederholen. Am Ende des Artikels frage ich mich, wo mein Rechenfehler liegen könnte und ich habe inzwischen einen entdeckt: Die zitierte Zahl "16 Tonnen Hundekot" bezog sich nur auf West-Berlin. Der Leser darf also alle Zahlen verdoppeln. Viel Spaß dabei.
Auf dem Weg zum Bäcker
heute morgen habe ich bemerkt, wie sich die Gletscher aus Berlin
zurückziehen und für lange Zeit vom Eis konservierte Artefakte der
jüngeren Vergangenheit freilegen. Unwillkürlich habe ich mich an
ein Werbeplakat von Martin Buchholz aus den 80er Jahren erinnert: "16
Tonnen Hundekot täglich" stand da drauf. Ich habe immer
unterstellt, dass diese Zahl stimmt und für Berlin gilt. Ich werde
das auch bei den folgenden vollkommen unwissenschaftlichen
Berechnungen unterstellen.
Am 8. und 9. Januar fegte
Sturmtief Daisy über unser Land und begrub alles, was nicht
rechtzeitig Schutz gesucht hatte, rücksichtslos unter einer dicken
Schneedecke. In Berlin allerdings hatte es schon am 1. Januar
geschneit. Bis heute sind das 51 Tage!
51 Tage mal 16 Tonnen, das
sind genau 816 Tonnen Hundekot, die durch wiederholten Schneefall
nicht wie üblich regelmäßig geräumt, sondern unter Schnee
begraben und konserviert wurden. Nebenbei bemerkt sind das übrigens
auch ungefähr 816 Tonnen Fleisch, welches in dieser Zeit von unseren
Berliner Hunden gefressen wurde. Eine Kuh wiegt durchschnittlich 650
Kg, zieht man Knochen und andere nicht zum Fressen geeignete Dinge
ab, könnte man der Einfachheit halber mit 500 Kg rechnen, also 0,5
Tonnen. Auf unseren Straßen liegen also die Überreste von 1632
Kühen oder vergleichbaren anderen Tieren. Ich wollte aber eigentlich
nicht darüber schreiben, dass man für die "Herstellung" einer
tierischen Kallorie 9 pflanzliche verballert, sondern ich wollte über
Hundekacke schreiben. Weil mir heute morgen auf dem Weg zum Bäcker
gründlich der Appetit vergangen ist. Offenbar grassierte in den
letzten Wochen in meiner Wohngegend auch noch eine Hundedarmgrippe,
deren Spuren jetzt ans Tageslicht kommen und die Vorfreude auf den
Frühling verderben.
Ich wollte mir noch die
Menge von 816 Tonnen Hundekacke vorstellen, dazu muss ich aber
erstmal herausfinden, wieviel Volumen ein Kg davon hat. Leider gibt
es zwar einen Artikel über Hundekot auf Wikipedia (
http://de.wikipedia.org/wiki/Hundekot
), aber es wird dort nichts von seiner Dichte geschrieben. Allerdings
muss Kacke im Allgemeinen ungefähr die Dichte von Wasser haben,
schließlich sieht man manchmal welche in einem schönen Badesee
treiben. Jedoch nicht in der Menge, die man erwarten würde, wenn man davon ausginge, dass Kacke immer schwämme. Folglich
könnte der Durchschnitt der Dichte von Hundekot ungefähr bei der
von Wasser liegen. Oder Milch: 816.000 Milchtüten. Eine Milchtüte
hat eine Grundfläche von 7 mal 7 Centimetern, also 49cm². Würde
man also 816.000 Milchtüten nebeneinander stellen, bräuchte man
eine Fläche von 3998,4m². Aufgerundet also 4000m², 20cm hoch mit
Hundekacke bedeckt. Man könnte also, wenn alle Behauptungen,
Annahmen und Berechnungen stimmen, mit den jetzt freigelegten
Exkrementen 80.000m² Fläche einen cm dick bestreichen. 0,8Km²
also. Irgendwie enttäuscht mich das Ergebnis, wo ich doch erwartet
hatte, dass bei meinen Berechnungen mindestens 892 Km² herauskommen,
die Fläche von Berlin.
Oder habe ich mich nur
irgendwo verrechnet?
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